KI-Zukunft handeln

🧩 KI-Zukunft · Handeln

KI nutzen – praktisch, sauber, verantwortungsvoll.

„Handeln“ heißt: KI als Werkzeug in einen Prozess einbauen – mit klaren Inputs, Prüfpunkten und Grenzen. Nicht das Tool entscheidet über Qualität, sondern dein Workflow.

✅ Der 5-Schritte-Workflow (der fast immer funktioniert)

Wenn du KI „einfach fragst“, bekommst du oft plausible Texte. Wenn du KI in einen Ablauf setzt, bekommst du verlässlichere Ergebnisse – und du behältst die Kontrolle.

1) Briefing (du lieferst Kontext)

  • Ziel: Was soll am Ende herauskommen?
  • Publikum: Für wen ist es?
  • Rahmen: Länge, Ton, Format, Deadline
  • Daten: Was ist gesichert, was ist unsicher?

💡 Wissenslücke: KI „kennt“ deinen Kontext nicht – sie braucht ihn als Input.

2) Entwurf (KI erzeugt Variante(n))

  • 1–3 Entwürfe erzeugen lassen
  • Unklarheiten markieren lassen
  • Alternativen anfordern (z. B. „konservativ / kreativ / knapp“)

3) Prüfung (du setzt Prüfpunkte)

  • Fakten / Zahlen / Daten prüfen
  • Risiko einschätzen (Folgen, wenn falsch)
  • Quellen/Belege einfordern oder Aussagen neutralisieren

4) Finalisieren (du bringst es in Form)

  • Ton anpassen, Beispiele ergänzen
  • Struktur glätten, Redundanz raus
  • Abnahme: „Würde ich dafür meinen Namen geben?“

5) Archivieren (damit es wiederholbar wird)

  • Prompt + Ergebnis + Prüfschritte speichern
  • Was war gut/schlecht? 1 Satz Learnings
  • Nächstes Mal: Template verwenden

🧩 Prompt-Template (kopierfertig)

Das Template zwingt Klarheit: Ziel, Kontext, Format, Qualitätsregeln. Genau das reduziert Halluzinationen und „schöne, aber falsche“ Antworten.

ROLLE
Du bist {{Rolle}}.

ZIEL
Erstelle {{Output}} für {{Zielgruppe}}.

KONTEXT
- Situation: {{Kurzkontext in 3–6 Sätzen}}
- Vorwissen der Zielgruppe: {{niedrig/mittel/hoch}}
- Ton: {{ruhig/sachlich/ansprechend}}
- Länge/Format: {{z. B. 1 Screen, 300–450 Wörter, Bulletpoints}}

INHALTLICHE PUNKTE
1) {{Punkt 1}}
2) {{Punkt 2}}
3) {{Punkt 3}}

QUALITÄTSREGELN
- Markiere Unsicherheiten explizit.
- Wenn Fakten nötig sind: nenne Quellenarten oder formuliere vorsichtig.
- Liefere am Ende eine kurze Checkliste zur Prüfung.

AUSGABEFORMAT
{{z. B. Überschriften + Bullets + CTA}} 

Beispiel: E-Mail (professionell)

ZIEL: Formuliere eine E-Mail an {{Empfänger}}, Zweck: {{Zweck}}.
Ton: respektvoll, klar, 120–180 Wörter.
QUALITÄTSREGEL: Keine Behauptungen ohne Grundlage, offene Punkte als Fragen.

Beispiel: Unterricht/Handout

ZIEL: 1-seitiges Handout (Übersicht + Beispiele + 5 Verständnisfragen).
Zielgruppe: Erwachsene, Einsteiger.
Ton: sachlich, erwachsenengerecht.
AUSGABE: H2-Blöcke + Tabelle + Fragen + Musterantworten.

✅ Qualität sichern: 3 Ebenen

Ebene 1: Fakten & Quellen

  • Welche Aussagen sind prüfpflichtig? (Daten, Recht, Medizin, Zahlen)
  • Quelle verlangen oder Aussage neutral formulieren
  • Stichprobe: 2–3 kritische Punkte extern prüfen

Ebene 2: Logik & Konsistenz

  • Passt die Argumentation? Widersprüche?
  • Fehlen Zwischenschritte oder Annahmen?
  • „Gegenargumente“ anfordern und prüfen

Ebene 3: Risiko & Verantwortung

  • Was passiert, wenn es falsch ist?
  • Wer trägt Folgen (du, Team, Kunden, Lernende)?
  • Bei hoher Auswirkung: menschliche Freigabe + Belegpflicht

💡 Mini-Formel

Output = Entwurf + Prüfung + Verantwortung. KI liefert den Entwurf. Die anderen zwei Schritte bleiben menschlich.

🧩 Rollen & Grenzen (Human-in-the-Loop)

Der häufigste Fehler ist nicht „KI nutzen“, sondern Entscheidungen delegieren, die Folgen für Menschen haben. Nutze diese Ampel als schnelle Grenze.

🟢 Grün: KI darf schnell

  • Ideen, Varianten, Struktur, Überschriften
  • Entwürfe für Texte, Folien, Gliederungen
  • Zusammenfassungen (mit Hinweis: „prüfen“)

🟡 Gelb: KI nur mit Prüfung

  • Fakten, Zahlen, Normen, Zitate
  • Empfehlungen, die Handlungen auslösen
  • Bewertungen („gut/schlecht“, „richtig/falsch“)

🔴 Rot: KI nicht entscheiden lassen

  • Personalentscheidungen, Diagnosen, Rechtsauskünfte
  • Risiko- oder Sicherheitsfreigaben
  • alles, was Würde/Chancen/Existenz anderer betrifft

✅ Use Cases (so bleibt es alltagstauglich)

Beruf

  • E-Mails, Angebote, Protokoll-Entwürfe
  • Checklisten, SOPs, Prozessbeschreibungen
  • Meeting-Vorbereitung: Agenda, Fragen, Risiken
  • Berichte: Struktur + Executive Summary

Lernen & Unterricht

  • Erklärvarianten (einfach/mittel/fortgeschritten)
  • Übungsaufgaben + Musterlösungen (mit Prüfschritt)
  • Glossare, Zusammenfassungen, Lernkarten
  • Prüfungsfragen: IHK-Stil (gebunden/offen)

Kreativ & Content

  • Gliederung, Dramaturgie, Varianten
  • SEO-Strukturen (ohne „Keyword-Spam“)
  • Landingpage-Bausteine, CTA-Varianten
  • Redaktionspläne (realistisch, nicht überladen)

🧩 10-Minuten-Routine (für echte Tage)

  1. Ziel 1 Satz: „Ich will am Ende {{Output}}.“
  2. Kontext 5 Zeilen: Publikum, Rahmen, Ton, Risiken.
  3. Entwurf holen: „Gib 2 Versionen + markiere Unsicherheiten.“
  4. Prüfen: 3-Fragen-Raster (Quelle/Kontext/Konsequenz).
  5. Abschluss: speichern (Prompt + Ergebnis + 1 Satz Learnings).

✅ Nächster Schritt

Wenn dein Workflow steht, wird KI ruhig: weniger Spielerei, mehr Entlastung. Gehe jetzt weiter zu „Schützen“ (Daten/Recht/Sicherheit) – oder vertiefe das Ganze im Buch.